Rückblick auf das 8. Klassspiel

Die Sommerferien sind vorüber, und alles, was davor geschah, ist schon wieder in beträchtliche Ferne gerückt. Zu den Ereignissen des vergangenen Schuljahres, die es unbedingt wert sind, noch einmal vergegenwärtigt zu werden, gehört das 8.Klassspiel, das kurz vor den Ferien stattfand. Zur Erinnerung: „Arsen & Spitzenhäubchen“ wurde aufgeführt, Joseph Kesselrings heiter-makaberes Kammerspiel über zwei entzückende Giftmörderinnen, und wahrscheinlich wird jedem, der das Stück gesehen hat, jetzt wieder das schöne Bühnenbild vor dem geistigen Auge erscheinen, die gute Stube der beiden alten Damen mit seiner Flügeltür, die (passenderweise) zum Friedhof führte, und die breite Treppe im Hintergrund. Dann wird einem wieder einfallen, wie Teddy Brewster, der sich für General Roosevelt hielt, die Stufen hinauf stürmte und „Attacke“ brüllte, wie Mortimer Brewster in immer tiefere und immer komischere Bestürzung über seine Tanten geriet, wie seine Verlobte Elaine von seinem bösem Bruder Jonathan bedroht wurde, Doktor Einstein die Leiche des bedauernswerten Mister Spinalzo in die Truhe hievte, im Panamakanal eine weitere Schleuse angelegt wurde, die Polizisten dümmer waren als die Polizei erlaubt und wie die beiden Schwestern Abby und Martha am Ende mit einem alten Mann zu einem letzten Glas Holunderwein zusammensaßen …

Es gab viel zu lachen in dieser abgründigen Komödie, die aber auch spannende Momente zu bieten hatte. Wunderbar war die absolut zum Stück passende Krimi-Musik, die Herr Sommer eigens für diesen Anlass komponiert hatte, und die vom Orchester der 8. Klasse virtuos gespielt wurde. Dass die vier gut besuchten Aufführungen zu dem großen Erfolg werden konnten, die sie ohne Zweifel waren, verdankte sich vor allem der Spielfreude und Diszipliniertheit der 38 Schülerinnen und Schüler, die das Stück in relativ kurzer, aber intensiver Probenzeit in drei Besetzungen einstudierten, was von jedem einzelnen viel Geduld und Konzentration verlangte. Aufmerksam begleitet und unterstützt von Frau Obermann, lernte die Klasse unter der engagierten und immer wieder liebevoll motivierenden Anleitung von Frau Wilmers, was Theaterspielen bedeutet: Den Mut zu finden, in eine fremde Haut zu schlüpfen. Und: Üben, üben, üben … Am Ende, als sich das jeweilige Ensemble glücklich verneigte, wurde einmal mehr deutlich, warum das 8.Klassspiel in der Pädagogik unserer Schule eine so wichtige Rolle spielt: Weil es die Schüler individuell nach vorne trägt und die Gemeinschaft der Klasse stärkt.

Veröffentlicht am 09. September 2011
in der Kategorie Aktuelles von der Waldorfschule

Zurück