Feldmesspraktikum der 10. Klasse vom 05.09.2010 bis 13.09.2010

Feldmessen 2010

An unserer Schule ist es üblich, dass jedes Jahr die zehnte Klasse für ein bis zwei Wochen wegfährt um verschiedene Vermessungsprozesse der Mathematik praktisch kennen zu lernen.
Unser Ziel war das Naturschutzzentrum Schloss Niederspree, etwa 30 km von Görlitz und der polnischen Grenze entfernt. Wir wohnten in dem alten Schloss Niederspree, welches von wunderschöner Natur mit viel Waldfläche und großen Seen umgeben war, welche dessen Gelände von uns sechs Stunden am Tag vermessen und dann als Karte aufs Papier gebracht wurde.

Schon direkt nach unserer Ankunft dort, haben wir das zu vermessende Gelände mit etwa 30-80 m voneinander entfernten Polygonpunkten abgesteckt, an denen wir uns während des Vermessens orientieren konnten. Jeweils in Dreiergruppen maßen wir dann die Entfernungen zwischen den Polygonpunkten und mit dem Theodoliten von einem Punkt aus die Winkel zu allen anderen sichtbaren Polygonpunkten, welche mit Fluchtstäben markiert waren. Alle gemessenen Werte wurden in eine Tabelle eingetragen, da jede Länge und jeder Winkel mehrmals gemessen wurde und aus den Ergebnissen errechneten wir dann den Durchschnittswert.
Nun konnte ein maßstabsgetreues Polygonnetz gezeichnet werden, wobei Genauigkeit an höchster Stelle stand, da ein paar Millimeter Abweichung auf dem Papier, in der wahren Landschaft ein paar Meter bedeuteten. Nicht nur ein Schüler musste wegen Ungenauigkeit das gesamte Polygonnetz noch einmal zeichnen.
Bevor aus diesem Polygonnetz eine Karte entstehen konnte, musste jedoch noch die Koordinierung vorgenommen werden. Das heißt, dass sowohl die Standorte der Gebäude, als auch die Wege und Seen vermessen werden und anschließend die Werte eingetragen werden mussten. Dabei arbeiteten wir wieder in Dreiergruppen und maßen die Entfernung der zu kartierenden Objekte zu den Polygonlinien -und Punkten. So konnte letztendlich das komplette Gelände des Schloss Niederspree maßstabsgetreu in die Karte aufgenommen und individuell gestaltet werden.
Das Praktikum war für uns sicher eine sehr gute Erfahrung, da wir so das erste Mal die Mathematik praktisch ausüben konnten. Doch auch für diejenigen, die sich bis zum Ende nicht mit dem Vermessen anfreunden konnten, kam die Freizeit nicht zu kurz. Diese verbrachten wir mit Gitarre, Klavier oder Kicker spielen, mit Fernsehen, sportlichen Aktivitäten oder an bzw. in den umliegenden Teichen.
Ein Ausflug nach Görlitz am vorletzten Tag unseres Praktikums rundete die Fahrt gut ab. Dort hatten wir nach einem eineinhalbstündigen Stadtrundgang den Rest des Tages Freizeit. Man bekam erste Eindrücke der Kultur Polens, wobei der Kontrast zwischen dem edlen, komplett erhaltenen Teil der Stadt und dem viel herunter gekommeneren Stadtteilen hinter der polnischen Grenze sehr deutlich wurde.

(Marie Gerwing, Yasmin Hagen und Sophie Kunstmann)


Tagesablauf:

  • 7:30 Uhr Aufstehen
  • 8:00 Uhr Frühstück (gemeinsam)
  • 8:45 Uhr Einweisen in die Arbeiten
  • 9:00-12:30 Uhr Feldmessen-Arbeit in den Gruppen
  • 12:30 Uhr Mittagessen
  • 15:00-18:00 Uhr Feldmessen-Arbeit in den Gruppen
  • 18:00 Uhr Abendessen
  • 19:00 Uhr ggfs. weitere Arbeiten
  • 22:00 Uhr Ruhe
  • 22:30 Uhr Anwesenheitspflicht im Haus

 

Veröffentlicht am 23. Oktober 2010
in der Kategorie Aktuelles von der Waldorfschule

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